Haben wir uns eine neue Sehne gemacht, wie von Burkhard Gauding im Thema "Sehnenbau" beschrieben kann man sich mit wenig Aufwand und Material, das normalerweise jeder hat, Papiernockpunkte machen.
Die meisten Bogenschützen benutzen Messinig-Klemm-Nockpunkte. Sie sind sehr schnell befestigt und lassen sich später leicht wieder verschieben. Nachteile dieser Nockpunkte sind unter anderem aber ihr recht großes Eigengewicht und wenn sich ein Nockpunkt mal im Turnier verabschiedet, hat man meist keinen Ersatz dabei. Außerdem bringen diese Nockpunkte einen hohen Druck und einen Knickpunkt auf die Sehne, so daß an dieser Stelle eine Sollbruchstelle der Sehne entstehen kann. Crimpt man diese Nockpunkte nicht so fest an, um der Gefahr einer Sollbruchstelle an der Sehne zu entgehen, läuft man Gefahr, dass sich der Nockpunkt verschiebt.
Hat man sich eine schöne, schnelle, neue Sehne gemacht, sollte man die Vorteile einer solchen Sehne nutzen, indem man auch den passenden Nockpunkt auswählt.
Papiernockpunkte sind sehr leicht, stabil, witterungsbeständig und sehr haltbar. Sollte doch mal etwas kaputtgehen, ist immer relativ leicht etwas Papier aufzutreiben. Ein scharfes Messer und Sekundenkleber ist ebenfalls auf jedem Turnier zu finden - wenn man es nicht selbst dabei hat.
Was wir benötigen:
Ich persönlich bevorzuge 2 Nockpunkte, es sei aber jedem selbst überlassen, ob er einen oder zwei Nockpunkte wickelt.
Mit einem Checker zeichnen wir den genauen Sitz des oberen Nockpunktes an:

Wir nehmen einen der Papierstreifen und den Sekundenkleber, und kleben den Streifen mit einem Ende an die markierte Stelle, wo der Nockpunkt sitzen soll. Oft ist es so, daß das Papier nicht recht an der Mittenwicklung halten will, Dann sollet Ihr erst eine Wicklung um die Sehne mit dem Papier machen und dann einen Tropfen Kleber hinzugeben, kurz halten, und schon hält das Papier. Kleberreste an den Fingern lassen sich übrigens recht gut wieder mit einer rauhen Nagelfeile entfernen, allerdings ist es besser, möglichst die Finger Kleberfrei zu halten.

Hält das Papier erst mal an der Sehne, ist der Rest schnell gemacht. Man hält das Papier straff und gibt eine Kleberspur das Papier hoch. Danach wickelt man es möglichst präzise durch Aufdrehen der Sehne und unter Spannung soweit auf, wie man möchte - je nach dem, wie dick der Nockpunkt werden soll.

Mit diesen Nockpunkten kann man bereits schießen, allerdings sehen sie noch wie "Rohlinge" aus, was sie faktisch auch noch sind. Um Gewicht zu sparen und - ich gebe es zu: der Optik wegen, schneidet man die Außenbereiche mit einem scharfen Messer SEHR VORSICHTIG !!! ab. Gut geeignet sind Cutterklingen.
Wenn man abrutscht, bedeutet das mindestens eine neue Mittenwicklung, oft auch eine neue Sehne. Also Vorsicht, und lasst Euch Zeit!

Hat man, wie ich hier auf den Fotos, Zeitungspapier verwendet, sehen die Schnittflächen nicht mehr so toll aus. Das ist aber nichts, was ein passender Edding nicht richten kann.
Damit der Regen oder auch nur Feuchtigkeit unseren neuen Nockpunkt gefährlich werden kann, schmiere ich sie am Schluss mit Fletchenkleber oder UHU ein.

Ein Tipp zum Schluss: Farblich auf den Bogen abgestimmte Nockpunkte sind ein echter Hingucker!
Viel Spaß damit wünscht Euch,
Heap